Streitschlichtung

Wer gut miteinander auskommen will, muss lernen, sich zu streiten!
Das ist der Grundsatz, auf dem die Arbeit der Schüler- Streitschlichter beruht.
Meinungsverschiedenheiten und Streitereien  gehören zur Normalität des Schulalltags. Demzufolge  müssen Schülerinnen und Schüler in der Schule befähigt werden, konstruktiv Konflikte zu lösen. Genauso wie das Erlernen von Fremdsprachen, das Lösen von mathematischen Aufgaben oder die Beherrschung der Rechtschreibung im Unterricht vermittelt werden, kann man den angemessnen Umgang mit Konflikten erlernen, um ein gutes Miteinander an  der Schule zu erreichen.
Werdegang der Schüler-Streitschlichtung an unserer Schule
An der Regelschule Walschleben erfolgte die erste Ausbildung von Schülern im Rahmen des »Streitschlichterprogramms an Thüringer Schulen« durch die Fachhochschule Erfurt bereits im Februar und April 2000. Auch nach der Zusammenlegung der Regelschulen Walschleben und Elxleben wurde diese Tradition fortgeführt. Die eigenständige Konfliktbearbeitung durch Schlichter, die streitenden Schülern ihre Unterstützung anbieten, wurde von zahlreichen Schülern schon in Anspruch genommen und ist ein fester und akzeptierter Bestandteil unseres Schullebens.
Ausbildung der Schüler-Streitschlichter
Regelmäßig erfolgt die Ausbildung neuer Streitschlichter. Dabei vermitteln die »alten Hasen« aus den Klassenstufen 9 und 10 den jüngeren Schülern ihr Wissen und ihre Fähigkeiten, damit diese dann als ausgebildete Schlichter Verantwortung im Schulalltag übernehmen können. Zum Abschluss der Ausbildung stellen die Schüler ihr erworbenes Wissen in einer Prüfung unter Beweis.                              
Wie ist die Arbeit der Streitschlichter organisiert?
An unserer Schule gibt es in jeder Klasse Ansprechpartner für die Schüler-Streitschlichter. Diese treffen sich einmal wöchentlich und berichten über Probleme in ihren Klassen. Für jede Klasse sind aus anderen Klassen bestimmte Ansprechpartner verantwortlich. Wenn Probleme genannt werden, laden die Schlichter die betreffenden Schüler ein und bieten ihre Hilfe an. Diese Vorgehensweise wurde mit dem Lehrerkollegium, den Eltern und den Schülern der Schule abgesprochen und akzeptiert. Die bisherige Praxis hat diese Organisationsform bestätigt.
Trotzdem wünschen wir uns insgesamt noch mehr Offenheit beim Benennen von Problemen, denn erst dann ist eine verbesserte Konflikt-Kultur möglich.
Für das Leben lernen!
Bei den vielen Diskussionen über Gewalt an Schulen könnte sich die Frage stellen: Was ist durch Streitschlichtung tatsächlich zu erreichen?
Schüler- Streitschlichtung ist eine Form der Gewaltprävention – natürlich gilt auch hier:                                        
                                              Allheilmittel gibt es nicht!
Der Zuwachs an Sozialkompetenz, den die Schlichter während ihrer Ausbildung und praktischen Tätigkeit erlangen, ist in jedem Fall ein Gewinn für die eigene Person.
Die Stärkung des Selbstvertrauens sowie die Förderung von Kommunikationsfähigkeiten sind positive  Ergebnisse.
Auf solche Kompetenzen wird in vielen Unternehmen und Ausbildungsbereichen bei den zukünftigen Azubis besonders großer Wert gelegt. Denn nicht nur an der Verbesserung der Schul(streit)kultur muss ständig gearbeitet werden - sondern in allen Bereichen unseres Lebens ist es wichtig, Verantwortung für ein friedliches Miteinander zu übernehmen.
Im Schuljahr 2016/17 sind 18 ausgebildete Schüler- Streitschlichter aus vier Klassen tätig.
(Text: C. Krestel)